Netzmanagementsysteme überwachen und Steuern die Netze der Transportnetzbetreiber, damit Energie kontinuierlich fließt und das Gleichgewicht zwischen der Erzeugung und dem Verbrauch gehalten wird. Sie sind das Gehirn und das zentrale Nervensystem eines Netzwerkes.
Das System besteht im Wesentlichen aus den SCADA- (Supervisory, control and data acquisition) und den HEO- (Höhere Entscheidungs- und optimierungsfunktionen) Funktionen.
SCADA dient zur Erfassung aller Meldungen, Messwerte und Schaltzuständen sowie dem steuernden Eingriff in das Netz. Mit HEO werden z.B. Lastflussrechnungen durchgeführt, mit deren Hilfe der augenblickliche Fluss der Energie errechnet wird.
Ein weiteres wichtiges System ist das Wide Area Monitoring (WAM), welche eine Überwachung an den Übergabestellen zwischen den einzelnen Transportnetzbetreibern sicherstellt und Black-Outs quasi „vorhersehen“ kann.
Hintergrund und Technologie
Die Wurzeln der Leistungssteuerung liegen in den Zwanziger Jahren als ABB ihr erstes Fernkontrollsystem für ein Kraftwerk anbot. Erst ab 1960 mit der Einführung der computergesteuerten Prozesssteuerung war die Entwicklung moderner Netzleitsysteme, wie wir sie heute kennen, möglich.
ABB gehörte in den letzten 40 Jahren immer zu den führenden Anbietern für Netzmanagementsysteme und hat die Funktionen in dieser Zeit kontinuierlich weiterentwickelt. Die Anforderungen der Netzbetreiber, des Marktes und der Politik waren dafür die wesentlichen Faktoren. Wie z.B. die Liberalisierung in Strom- und Gasversorgung.
Netzmanagement und Energieeffizienz
Netzmanagement ist ein wichtiges Werkzeug zur Reduzierung von Leistungsverlusten. Es ermöglicht Energieversorgungsunternehmen, alle ihre Übertragungs- und Verteilungsnetze aus einem einzigen Kontrollraum und in Echtzeit zu überwachen und zu kontrollieren.
Diese Daten und besondere Programme im Netzleitsystem helfen den Versorgungsbetrieben bei der Planung und Auslegung ihrer Netzwerke. Auch Stromausfälle können damit simuliert und somit frühzeitig Engpässe erkannt werden. Das hilft ihnen den Netzbetrieb sicher und effizient durchzuführen. Netzwerkverluste werden minimiert, indem der Spannungspegel im Übertragungsnetz kontrolliert wird.
Netzmanagement ermöglicht im Falle eines Stromausfalles, dass sofortige Maßnahmen ergriffen werden können, um die Versorgung wieder herzustellen. Außerdem kann die Entlastung systematisch erfolgen, um den Zusammenbruch des Versorgungsnetzes und damit einen vollständigen Black-out zu verhindern. Die unmittelbaren Vorteile sind außerdem eine gesteigerte Netzbetriebszeit und eine optimale Einteilung der Ressourcen.
Das ABB Netzleitsystem ist der „Network Manager“. Der Network Manager ist ein System mit identischer Plattform für alle Aufgaben der Netzleittechnik. Er bietet optimale Funktionen für Transport- und Verteilnetzanwendungen sowie Querverbundsysteme (Strom, Gas, Wasser, Fernwärme, Verkehr) auf einer einheitlichen Plattform und das für alle Systemgrößen.
Er besteht aus verschiedenen Softwarekomponenten, die kombiniert werden können, sodass sie den Anforderungen einer Vielzahl von Kunden entsprechen. Zu diesen Kunden zählen unter anderem Stadtwerke, Energieversorgungsunternehmen, Transportnetzbetreiber sowie Industrie und Verkehr.
ABB hat weltweit mehr als 500 Netzleitsysteme geliefert.