Wie wird Strom eigentlich über weite Strecken transportiert? Mit der Hochspannungsgleichstrom-Übertragung (HGÜ), sogenannten Stromautobahnen, hat ABB die notwendige Technik erfunden und weiterentwickelt, die auch bei Desertec zum Einsatz kommen sollen.
In der Wüste Nordafrikas sollen riesige Solarkraftwerke sauberen Sonnenstrom erzeugen – bis 2050 auch für Europa. Mit der konventionellen Übertragungstechnik von Wechselstrom (in unserem elektrischen Netz üblich) wäre ein Transport großer Strommengen über weite Distanzen nicht wirtschaftlich. Zu groß wären die Übertragungsverluste. Die einzig wirtschaftlich sinnvolle Technik: Über Stromautobahnen, der so genannten HGÜ, lässt sich der Strom mit geringen Verlusten übertragen.
ABB hat mit der HGÜ die Schlüsseltechnologie für den Ferntransport des Wüstenstroms nach Europa bereits vor über 50 Jahren erfunden und 1954 die erste kommerzielle HGÜ-Leitung in Betrieb genommen. „Wir sind fest überzeugt, dass wir unsere Technologie und unser Know-how weiterhin für den Erfolg eines solch zukunftsweisenden Projekts einbringen können“, unterstreicht Peter Smits, Vorsitzender des Vorstands bei ABB Deutschland und Leiter der Region Zentraleuropa.
Mehr als die Hälfte der weltweit über 100 HGÜ-Systeme hat ABB geliefert oder liefert sie zurzeit aus. Projektbeispiele sind:
| Die HGÜ-Kabel werden mit Hilfe eines speziellen Verlegeschiffs auf dem Meeresboden platziert.
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Längste und stärkste Stromleitung der Welt in China: Die längste und stärkste Stromleitung der Welt installiert ABB derzeit in China. Das HGÜ-System mit einer Übertragungsleistung von 6.400 Megawatt (MW) soll den im Xiangjiaba-Wasserkraftwerk erzeugten Strom mit einer Spannung von 800 Kilovolt über mehr als 2.000 Kilometer nach Schanghai überirdisch transportieren.
NorNed: Weltweit längste Unterwasser-Stromleitung: Modernste HGÜ-Technik von ABB verbindet die Stromnetze von Norwegen und den Niederlanden und ermöglicht so den Stromhandel zwischen den Ländern. „NorNed“ ist mit 580 Kilometern das längste Unterwasserkabel der Welt und hat eine Übertragungskapazität von 700 MW.
Netzanschluss eines der weltweit größten Offshore-Windparks: Derzeit verbindet ABB einen der weltweit größten Offshore-Windparks, 125 Kilometer vor der Nordseeküste, mit dem deutschen Stromnetz. Die Inbetriebnahme der Netzanbindung des 400-MW-Windparks ist für Herbst 2009 geplant. Der Großteil des von ABB bereitgestellten Übertragungssystems wird unter Wasser und unterirdisch verlegt, was die Umweltbelastung minimiert. „Damit stellen wir in Deutschland eindrucksvoll unsere Kompetenz in der Anbindung erneuerbarer Energien unter Beweis“, so Smits.
Das Desertec-Projekt
Das Projekt Desertec ist eine der größten privaten Ökostrom-Initiativen aller Zeiten. Das Konzept sieht eine Kooperation zwischen Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika vor. In der Nordsahara könnten Solarkraftwerke auf einer Fläche von 130 x 130 Kilometer (16.900 Quadratkilometer) bis zum Jahr 2050 bis zu 15 Prozent des europäischen Energiebedarfs decken. Mittels HGÜ-Leitungen (Hochspannungs-Gleichstromübertragung) soll der Wüstenstrom mit geringen Übertragungsverlusten bis nach Europa geleitet werden. |